
Astrid
Lindgren
geboren am:
14.11.1907
gestorben am:
28.01.2002




I en sal
på lasarettet
I en sal på
lasarettet där de vita sängar står låg en liten bröstsjuk flicka blek och tärd med lockigt hår.
Allas hjärtan
vann den lilla där hon låg så mild och god. Bar sin smärta utan
klagan med ett barnsligt tålamod.
Så en dag hon
frågar läkarn, som vid hennes sida stod:
Får jag komma hem till påsken till min egen lilla mor?
Läkarn svarar
då den lilla: Nej mitt barn, det får du ej, men till pingsten kan det
hända du får komma hem till mor.
Pingsten kom
med gröna björkar blomsterklädd står mark och äng, men den lilla
sjuka flickan låg där ständigt i sin säng.
Så på nytt
hon frågar läkarn som vid hennes sida står: Får jag komma hem till
hösten till min egen lilla mor?
Läkarn svarar
ej den lilla, men strök sakta hennes hår, och med tårar i sitt öga vänder han sig om och går.
Nu hon
slumrar uti mullen slumrar sött i snövit skrud. Från sin tåligt burna
längtan har hon farit upp till Gud.
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Ich habe am 08. März 2002
vor dem Fernseher gesessen, um die Trauerfeier für Astrid mit zu erleben.
Inger Nilsson hat dort im Dom von Stockholm einige Dankesworte an
Astrid Lindgren gerichtet. Und von diesen Worten war ich soooo gerührt,
dass ich ganz viele dicke Tränen vergossen habe. Ein paar Tage
später habe ich diese Worte in einer schwedischen Tageszeitung gefunden -
allerdings in schwedisch ... Aber wie der Zufall es so will, schrieb mir
genau an diesem Tag eine liebe Person aus Schweden, die ursprünglich
einmal aus Berlin stammte und diese liebe Person war es nun auch, die mir
heute den Text ins Deutsche übersetzt geschickt hat.

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("I en sal på lasarettet")
Liebste
Astrid!
Im Sommer vor einigen
Jahren spielte ich das Dienstmädchen Anna-Stina in ”Rasmus und der
Landstreicher”. Und als ich an einem Tag wie gewöhnlich hinter der Bühne
stand und auf meinen Auftritt wartete, hörte ich einen Dialog zwischen
Rasmus und dem Landstreicher. Da begriff ich.
Ich begriff, weshalb
niemand aufhören kann mit mir über Pippi zu sprechen.
Es war so souverän und
lustig über Rasmus geschrieben, wie er dem Landstreicher erklärte, weshalb
er gezwungen war, vom Kinderheim zu flüchten, nachdem er einen ganzen
Eimer Wasser auf die Vorsteherin gegossen hatte.
Und so ist es. Es gibt
ganz einfach keine bessere Autorin auf der Welt als Dich, Astrid, die das
Verhältnis zwischen Kindern und Erwachsen schildern kann, ohne dabei zu
verwirren, egal ob es sich nun um Landstreicher und Waisenkinder oder um
Prüsseliesen und Pippi Langstrumpf dreht.
Ja,
was Pippi betrifft, hatte ich natürlich verstanden, dass es sich um etwas
Besonderes handelte, aber nicht richtig um was. Aber an diesem warmen
Sommertag, da begriff ich. Es ist schwer zu begreifen, wenn man mitten
drin steht und nie eine Distanz erreicht, doch eine andere Deiner Rollen
zu spielen hat mir diese Distanz gegeben.
Ich versichere Dir,
Astrid, auch wenn es schon 30 Jahre her ist, dass Pippi das erste Mal im
Fernsehen gezeigt wurde, so ist kein einziger Tag vergangen, ohne dass
nicht jemand mit mir über sie gesprochen hat.
Ich
entsinne mich an unser erstes Zusammentreffen. Wir hatten schon einige
Monate gefilmt, und Du stiegst in das Filmatelier im alten Råsunda und
strecktest die Arme aus und sagtest: ”Hallo, alle meine liebsten Kinder”
und wir sprangen schnurstrax in Deine offenen Arme. Und diese Arme waren
seitdem immer offen. Eines Deiner Filmkinder zu sein, das ist etwas ganz
Besonderes. Eine ganz besondere Stellung. Ich wünschte, ich könnte es
erklären, aber das geht nicht.
Und
zu meiner großen, großen Freude behielten wir den Kontakt in allen
Jahren. Wir haben phantastische Gespräche und Zusammenkünfte gehabt, aber
ich glaube, dass wir tatsächlich nie über Pippi gesprochen haben. Ja,
einmal, als ich noch ein Teenie war, und es sehr beschwerlich war, denn
kein Mensch in der Welt schien zu verstehen, dass ich eigentlich Inger
heiße. Da sprachen wir über Pippi. Du warst traurig und batest um
Verzeihung für das, was Du angestellt hast.
Aber Du sollst niemals
um Verzeihung bitten, dass Du mein Leben so phantastisch gemacht hast,
denn das ist es und ist es gewesen. Obwohl es manchmal auch sehr schwer
ist. Aber so ist ja das Leben, das weißt Du besser als irgend jemand
Anderes.
Nein,
unsere Gespräche handelten vom Theater und vom Leben und, nicht weniger,
von der Liebe. Und wir haben gesungen. Ich erinnere mich daran, als Du das
erste Mal ”I en sal på lasarettet” (In einem Saal im Lazarett) für
Maria, die Annika im Film, und mich gesungen hast. Wir saßen zuhause auf
Deinem Sofa in der Dalagatan und weinten, denn es war so traurig. Es war
wunderbar.
Vor einigen Jahren als
Du selbst im Lazarett lagst, waren es Margareta und Du, die es sangen, und
da war es auch wunderbar, aber ich weinte, denn ich verstand, dass Du, die
es für mich fast in meinem ganzen Leben gab, es nicht mehr so lange
mitmachen würde. Ich weiß, dass ist der Lauf des Lebens, aber ich litt in
jedem Fall.
Du durftest ein ganzes
Leben leben.
Astrid, und Du bekamst
ein phantastisches Leben.
Will
ich etwas allen Menschen auf der Erde wünsche, so ist es, irgendeinmal im
Leben eine Person zu treffen wie Dich, die die Kunst beherrscht, andere
Menschen hochzureißen, mich hast Du vielmals hochgerissen.
Und in 100
Jahren oder so, wenn wir uns wieder sehen, werden wir auf einer Wolke
sitzen, Du und ich, Astrid, und mit den Beinen baumeln und alte Lieder
singen und es so gemütlich haben, wie es nur jemand von Småland und
Östergötland haben kann. Und das nächste Mal, wenn mich jemand fragt, ob
ich genauso reich bin wie Pippi Langstrumpf, da werde ich nicht nein
sagen, sondern antworten ”das bin ich”, denn ich durfte Dich kennen,
Astrid, und das ist der größte Reichtum. Das ist es alles wert gewesen.
Alles!

Astrids Tochter Karin
Jetzt
ist Pippis Mama im Himmel, ganz wirklich.
Danke, Tochter Karin, dass Du
auf Pippi Langstrumpf gekommen bist. Und danke, geliebte Astrid, dass Du
sie geschrieben hast. Und dafür, dass ich sie im Film spielen durfte.
Inger Nilsson sprach diese Worte
am 08. März 2002 bei der Trauerfeier für Astrid Lindgren
im Dom von Stockholm

Dieser Kinderchor hat
während
der Trauerfeier total schön gesungen.
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Bei der Übersetzung der schwedischen Rede hat mir Waltraud Svensson aus
Schweden geholfen. Sie ist 61 Jahre jung und wohnt schon seit 1962 in
Pippis Heimat - ursprünglich stammt sie aber aus Berlin. VIELEN DANK liebe
Waltraud!!
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