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« eine Seite zurückhopsen Pippi Langstrumpf - Inger Nilsson 1979© HÖRZU Österreich 25/79 für die Woche vom 23. - 29. Juni 1979
Auf meiner ständigen Suche
nach Infos rund um Astrid Lindgren und Inger Nilsson bin ich kürzlich bei
eBay auf eine alte Zeitung aus dem Jahre 1979 gestoßen ... und zwar auf
die HÖRZU 25/79 mit dem Fernsehprogramm vom 23. - 29. Juni 1979, darin
fand' ich einen 2-seitigen Artikel über Inger Nilsson. Besonders
interessant daran fand' ich vor allen Dingen die alten Bilder :-) ... hihihi ...
Damals war Inger nicht so gut auf ihre Rolle als Pippi Langstrumpf zu
sprechen, aber das hat sich ja glücklicherweise inzwischen geändert :-)
Als freche Pippi
Langstrumpf lieben sie die Kinder in aller Welt. Aber die Schwedin Inger
Nilsson will von dieser Rolle nichts mehr wissen. Sie macht Matura, geht
dann in die Schauspielschule und träumt von einer völlig neuen Karriere
...
... ein Artikel von Helga Goggenberger Kisa
- Romantisches
Städtchen bei Stockholm. Fachwerkbauten. Sauberkeit. Ein blondes, langhaxiges, junges Mädchen macht hier in den Ferien Dienst als Fremdenführerin. Inger Nilsson heißt sie. Dass sie eigentlich Pippi Langstrumpf ist, sagt sie nur besonders lieben Kindern. Aber die sind dann ohnehin nur enttäuscht. Keine Spur von roten Schwänzen, kein getüpfeltes Pferd, kein Affe und sooo alt! Das soll Pippi Langstrumpf sein?
Inger Nilsson mit ihrem nagelneuen Mofa. Das hat sie sich selbst gekauft. Die Gage, die sie als Pippi Langstrumpf erhielt, ist gut angelegt. Dafür sorgte der Herr Papa. Er zahlt Inger 500 S Taschengeld. "Ich hasse Pippi Langstrumpf - sie verfolgt mich wie ein Schatten. Ich bin nicht mehr ich selbst. Ich bin nur mehr Pippi", sagt Inger Nilsson zu HÖRZU, die ebenfalls zum lebenden Pippi-Langstrumpf-Denkmal nach Kisa gepilgert ist, "darum will ich auch von der Autorin Astrid Lindgren nichts mehr wissen. Manchmal ruft sie mich noch an ..." Die
wohlproportionierte Inger Nilsson ist heute 20. Ihre Matura hat sie hinter
sich. Nicht aber ihre Vergangenheit. Sie ist noch immer Pippi. Inger erinnert sich
noch sehr gut:
Pippi Langstrumpf - Symbol für die Freiheit, von der die Kinder träumen. Nicht in die Schule gehen zu müssen. Aufstehen, wann's Spaß macht und Schlafengehen. Leben mit einem weißen Pferd und einem Affen, mit viel zu großen Schuhen. Aber leben ohne Verbote und Zahnbürste und ohne Erwachsene, die einem auf die Nerven gehen mit ihrem ewigen "Tu das nicht" und "Warum hast du nicht ..." "Mit 14 war ich Pensionistin", spinnt Inger Nilsson ihre Gedanken weiter, "besuchte das Gymnasium. Wurde langsam erwachsen. Mein Rollenklischée wurde ich nicht los." Kenner schätzen, dass die Pensionistin eine halbe Million Schwedenkronen, das sind etwa zwei Millionen Schilling auf dem Konto hat ...
Inger Nilsson lebt noch immer bei ihren Eltern in dem gelben Einfamilienhaus in Kisa. Monatlich bekommt sie rund 500 Schilling Taschengeld. Was sie sonst noch braucht, sagt sie, verdient sie sich dazu. Als Fremdenführerin oder als Stallbursche im örtlichen Reitverein. Dort steht übrigens auch ihr eigenes Pferd. Und in Kisa lebt auch noch Göran. Koch ist er. Von ihm sagt Inger: "Er hat ein Bäuchlein, ich liebe ihn seit drei Jahren, und ich werde ihn garantiert eines Tages heiraten." Zunächst einmal will sie nach den Sommerferien auf die Königliche Schauspiel-Akademie nach Stockholm gehen, um das "Handwerk" zu lernen. Ihr großes Vorbild heißt Liv Ulmann. Dass diese glänzende Schauspielerin eigentlich erst durch ihre Sex-Filme international Karriere gemacht hat, findet Inger Nilsson durchaus in Ordnung. "Ich wär' sehr gern ein Sex-Star", sagt so gar nicht zimperlich die lustige Blondine mit den ansprechenden Formen, "dann wäre ich wenigstens endlich sicher, dass die Leute nicht mehr die Pippi Langstrumpf in mir sehen."
Inger Nilsson, lebendiges Pippi Langstrumpf Denkmal, bekommt noch immer viele Geschenke. Hier hat sie einen "Kleinen Onkel" aus Pappe. In der Reitschule von Kisa allerdings steht ihr eigenes Pferd. Es heißt natürlich ebenfalls "Kleiner Onkel". © HÖRZU Österreich 25/79 für die Woche vom 23. - 29. Juni 1979 |
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